Magische Rauhnächte

erstellt am: 25.12.2017 | Kategorie(n): Allgemein, ARTIKEL

Die Zeit zwischen den Jahren hat begonnen. Wir durchleben die zwölf magischen Rauhnächte. Die erste Rauhnacht ist die Nacht des 24.12., wo das Licht aus dem Schoß der Erde neu geboren wird, die letzte ist die Nacht vom 05. auf den 06. Januar (Hl. Drei Könige). Nun werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer.

Können Sie sich vorstellen, wie wichtig Licht in Zeiten war, als es noch keine Elektrizität gab? Zudem assozieren wir mit (Sonnen-) Licht auch Wärme.

 

Der 24.12. war schon in der vorchristlichen Zeit das Fest des Lichts, der höchste Feiertag. Jesu wurde mit großer Wahrscheinlichkeit im Februar geboren. Die missionierten Heiden wollte ihren höchsten Feiertag nicht aufgeben, so wurde Jesu Geburt auf diesen Tag verlegt. Die Kirche hat während der Christianisierung mehrere Kompromisse dieser Art geschlossen.

Die Geschichten der Rauhnächte sind heidnischen Ursprungs, haben jedoch – vor allem in ländlichen Gebieten – überlebt. Was gerne als Aberglaube, heidnischer Unfug oder Geschwätz alter Weiber bezeichnet wird, erfreut sich vermehrter Aufmerksamkeit. Man könnte es als Renaissance der Rauhnächte bezeichnen.

Was nicht verwunderlich ist, da sich der Mensch in unserer technisierten und virtuellen Welt nach seinen Wurzeln sehnt. Wir werden mehr und mehr der Natur um uns und unserer menschlichen Natur entfremdet. Es fehlt uns und wir sehnen uns danach.

Jeder Mensch ist von Natur aus magisch und die Magie der Rauhnächte fühlt sich deshalb ganz natürlich an. Vielleicht mag es für Sie nicht gleich logisch klingen, dennoch kann uns das Magische dabei helfen, die Dinge um uns herum besser zu verstehen.

Ist es so unvorstellbar, dass in der Christnacht die Tiere sprechen können? In Zeichentrickfilmen oder der Werbung werden wir ganz selbstverständlich von Tieren -deren Gattung kaum definierbar ist- angesprochen und nehmen es widerstandslos hin.

Die zwölf Nächte öffnen uns das Tor zu einer anderen Welt, in der Träume tiefe Bedeutung bekommen, wenn man ihnen nur die Aufmerksamkeit schenkt. Das, was Sie in der ersten Rauhnacht träumen oder welche Gefühlslage an diesem Tag vorherrscht, gibt Ihnen Auskunft über den Monat Januar. Träume und Gefühle der zweiten Rauhnacht entsprechen dem Monat Februar usw.

Es gibt zahllose Geschichten, die von klirrend kalten Winternächten erzählen und die Figuren darin sind uns wohlbekannt. Nehmen wir als Beispiel die Percht. Vielleicht kennen Sie die Perchtläufe aus den bayerischen Gebieten, wo gruselige Masken mit einem Höllenlärm durch den Schnee stieben und das Alte und Böse aus dem vergangenen Jahr vertreiben, um Platz für das Neue zu machen.

Die Percht ist eine Gestalt, deren Ursprung schwer auszumachen ist. Sie lebt weder im Himmel noch auf der Erde, sie ist „etwas dazwischen“. Ihr werden gute und schlechte Eigenschaften zugesprochen. Sie schenkt den Menschen, Tieren und dem, was auf dem Feld wächst, Fruchtbarkeit. Im Zuge des Christentums wurde sie die Frau, die sich um die ungetauften Kinder kümmerte. Sie konnte aber auch wütend und zornig eisigen Schneesturm entfachen. In manchen Gegenden hatte die Gestalt der „Frau Holle“ die gleichen Aufgaben. Die Gebrüder Grimm war ungeheuer fleißig im Sammeln alter, mündlich überlieferter Geschichten. Kreativ fassten sie oft zwei, drei Geschichten zusammen und ließen ein Märchen entstehen, so wie wir es heute kennen.

Wenn Sie jetzt beim Lesen bemerken, dass es sich gut anfühlt, hatten Sie gerade Kontakt mit Ihren Seeleninhalten. Wir kommen nicht mit einer leeren Festplatte zu Welt, da ist schon einiges aufgespielt. Das ist wie ein Echo von Erinnerungen, die aus anderen Zeiten stammen. C.G. Jung nannte es das Kollektive Unterbewusstsein.

Es gibt Regeln und Rituale für die Nächte, ich kann sie hier unmöglich alle anführen. Es geht in erster Linie darum, dass Stille einkehren muss. Die tägliche Arbeit tritt zurück. Räder sollen stillstehen, Karren, Spinnräder, Wäsche soll in den Nächten nicht gewaschen und aufgehängt werden (Das Wilde Heer oder andere Geister könnten sich darin verfangen). Ich erinnere mich gut, wie meine Kinder damals reagierten, als ich den Waschservice zum ersten Mal bis 06.01. eingestellt hatte. „Was?!“ Heute erinnern sie mich daran. „Du wäscht aber nicht in den Rauhnächten!“

Es gibt Tage für das Loslassen, die Überprüfung von Beziehungen, Vergebung und Lichtrituale.

Eine schöne Tradition ist auch das Räuchern, auch hier wird das Alte in Form von Energien vertrieben um dem Neuen Raum zu verschaffen. Die Menschen räucherten früher das Wohnhaus und die Ställe aus, damit das Vieh gesund blieb, das die Nahrungsgrundlage war. Das ist wahre Verbundenheit zum Tier und der Natur.

Die erste Räucherung gilt der Reinigung, dazu können Sie Weihrauch nehmen. Mir verursacht der Weihrauch Übelkeit, deshalb nehme ich Kampfer. Mit der zweiten Räucherung können Sie eine Qualität in Ihre Räume bringen, z.B. Sinnlichkeit mit Benzoe oder Erdung mit einem Holz wie Eukalyptus oder Zirbe.

Räuchern Sie bei geschlossenen Fenstern, setzen Sie den Raum richtig unter Dampf, lassen es 10 Minuten wirken, lüften dann für 10 Minuten. Mit der zweiten Räucherung verfahren Sie genauso. Danach hat der Raum nicht nur einen anderen Geruch, sondern auch eine andere Atmosphäre!

Seit Jahren begleitet mich das Buch „Das Geheimnis der Rauhnächte“ von Jeanne Ruland, die auf die Bedeutung jeden einzelnen Tages eingeht. Sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, die Rauhnächte mit all ihren Geheimnissen besser kennen zu lernen und aktiv zu  begehen, könnten Sie sich das kleine Buch noch besorgen.

Ich wünsche Ihnen noch sehr entspannte und dennoch spannende, verheißungsvolle Tage.

Expecto patronum!

Fotos: Powered by pixabay

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