Akzeptanz dessen, was ist

erstellt am: 15.02.2017 | Kategorie(n): Allgemein, ARTIKEL

Akzeptanz ist der erste Schritt zur Heilung

Die Akzeptanz dessen, was ist, kommt aus den fernöstlichen Weisheitslehren. Unser westliches Denken funktioniert ganz anders und so entstehen Missverständnisse in der Interpretation.

 

„Soll ich mich wohl freuen, dass es mir körperlich/seelisch schlecht geht?“

„Soll ich aggressive Menschen akzeptieren und vielleicht noch freundlich zu ihnen sein?“

Genau das ist mit „Akzeptanz dessen, was ist“ nicht gemeint.

Es geht um die Akzeptanz eigener innerer Anteile. Das können Ängste, Depressionen und Hilflosigkeit sein, aber auch die negativen Empfindungen, die aggressive/unsensible Menschen in uns hervorrufen: z.B. Verletzung, Traurigkeit, Enttäuschung, Trauma.

Solange wir innere Empfindungen in uns ablehnen, können wir sie nicht auflösen.

„Ich bin nicht so, wie ich sein sollte!“ Das ist der Aufruf zu Kampf und Ablehnung des inneren Selbst. In dem Satzfragment „wie ich sein sollte“ öffnen sich Glaubenssätze, Überzeugungen, verdrehte Ideale und gesellschaftliche Vorgaben. Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens ganz eigene Überzeugungen geschaffen, die er lebt und eisern aufrecht hält. Die beste Bedingung ein Leben lang sich selbst und die innere Welt abzulehnen. All das steht im krassen Gegensatz zur „Akzeptanz dessen, was ist“.

Im Prozess des EFT wird im Einstieg die Handkante geklopft und dabei das Problem benannt und dahinter eine positive Aussage zur Person gestellt. Das könnte so aussehen:

„Obwohl ich mich hilflos und schwach fühle, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin“.

Die Aussage: „Ich liebe und akzeptiere mich so wie ich bin“ ist eine Standardformulierung. Inzwischen bin ich Meister in der Umformulierung der positiven Aussage, da ich mich kaum an einen Klienten erinnern kann, der diesen Satz über sich aussprechen konnte. (Einfach Nachzuplappern macht keinen Sinn. Die Sätze müssen dem Gefühl der Person entsprechen)

Dagegen geht „ich bin hilflos, schwach, ängstlich etc.“ leicht von den Lippen. Die Selbstablehnung ist in unserer Kultur salonfähig und gehört schon fast zum guten Ton.

Eine Umformulierung zum obigen Satz könnte sein:

„Obwohl ich mich hilflos und schwach fühle, habe ich ein sicheres Gefühl verdient“

Es ist wie das Befüllen zweier Waagschalen. Auf der einen Seite das Negative und auf der anderen Seite das Positive. Und auch wenn es dauert, bis sich das Gewicht ausgleicht, spüren die Menschen, wie unglaublich gut es tut, ihr Problem auszusprechen und gleichzeitig etwas Positives zu setzen. Die Gesichtszüge verändern sich, die Muskulatur entspannt sich und die Atmung wird ruhiger und tiefer.

Es macht sich eine spürbare und sichtbare Erleichterung im System breit, die da meint: Es ist ja nicht so schlimm, wenn ich traurig, hilflos oder ängstlich bin. Ich bin trotzdem ein Mensch und alles an mir ist menschlich!

Hier steht das Tor offen! Die Bedingung zur Bearbeitung der Probleme steht bereit. Der Zustand der „Akzeptanz dessen, was ist“, ist geschaffen. Und sei es nur für den Augenblick, den es gilt zu nutzen.

Das Leben ist lang genug um gegen sich selbst zu kämpfen, Leid zu schaffen in der Ablehnung Ihres Selbst, Krieg für immer und kein Ende in Sicht. Widerstand gegen das eigene Sein. Verschwendung von Kraft und Energie, die eigentlich für Ihre Lebensführung zur Verfügung stehen sollte.

Manche Menschen machen daraus ihr Lebensthema und leiden und klagen. Bis sie sich mit dem Leid und der Klage identifizieren. In diesem Zustand wird keine Lösung mehr gesucht. Das ist Stagnation, der Lebenssinn wird zweckentfremdet. Solche Menschen lesen keine Selbsthilfeblogs.

Sie können den Zustand der Akzeptanz auch als Transportmittel sehen, als das Auto, das Sie von A nach B bringt, die Fähre, die Sie von einem Ufer zum anderen bringt. Der Zustand der Dämmerung bevor der Tag anbricht.

„Die Akzeptanz dessen, was ist“ als Übergang.

Die Akzeptanz als Bedingung für die Auflösung von Ängsten, Zwängen, seelischer Last und Qual. Die Akzeptanz gleicht einem Schwebezustand, der erleichternd, entlastend ist und die im Problem gefangenen Energien freisetzt. Die Last ist nicht mehr so schwer, das Problem weniger kompliziert und die Anspannungen im Körper lösen sich. Sich in seinen Fehlern zu akzeptieren, gibt ein Gefühl wie nach langer Wanderung zu Hause anzukommen. Puh! Endlich!

Auch wenn es Ihnen große Überwindung kostet, sich mit Ihren Problemen und Sorgen zu akzeptieren, nehmen Sie Ihren Mut und wagen es. Die -ehrliche- Akzeptanz kann Wunder bewirken. Wie es die Erfahrung einer Leserin zeigt:

Im Moment, wo ich die Tür des Käfigs der Angst geöffnet habe, in dem ich mich ganz auf die Angst eingelassen habe, ohne mich dabei darin selbst zu verlieren, ist die Angst mich in ihrer ganzen Heftigkeit überkommen. Seelisch, geistig und körperlich hat sie mich in ihrer Ganzheit erfasst und ich habe geweint und gelacht. Ich hatte plötzlich keine Angst mehr vor dieser Angst! Im Gegenteil, ich habe mich ihr zugewendet und zu ihr gesagt: Ich liebe Dich!…und in dem Moment war ich befreit…

 

 

 

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