SELBST-Wer bitte ist das?

erstellt am: 18.05.2016 | Kategorie(n): ARTIKEL

P1020111Wir benutzen ganz selbst-verständlich Worte wie Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbsterfahrung, Selbstvertrauen etc. Und oft mit dem Ausdruck, dass wir zu wenig davon besitzen.

Doch wer ist dieses „Selbst“, das in jedem dieser Worte enthalten ist?

Nur zur Klärung der Begrifflichkeit, in diesem Artikel verwende ich „Selbst“ nicht gleichbedeutend mit „Seele“. Im günstigsten Fall stehen sich -in meiner Vorstellung- das Selbst und die Seele sehr nahe.

Wie können Sie ein gutes Selbstwertgefühl aufbauen, wenn Sie Ihr Selbst nicht kennen? Sie können keinen Motor reparieren, wenn Sie nichts über den Motor und seine Funktionsweise wissen. Genauso schwer ist es, einen Kuchen zu backen ohne die Zutaten zu kennen.

In der Praxis kommt zu der Frage nach dem Selbst in der Regel sehr viel Abstraktes, nichts wirklich Greifbares. Leichter wird Kritik an sich geäußert „Ich kann das nicht!“, „Ich habe das nicht!“ „Andere sind besser als ich!“ Oder es werden Oberflächlichkeiten aufgezählt, die eine gute wirtschaftliche oder gesellschaftliche Position oder den letzten Urlaub beschreiben.

Das sind keine Beschreibungen des Selbst. In diesen Aussagen steckt null Substanz, die in einer Lebenskrise Rückhalt und Sicherheit bieten könnte.

Der moderne Mensch setzt sich nicht mit seinen wirklichen Inhalten auseinander. Wie auch? Es hat ihn noch nie jemand danach gefragt. Weder Eltern oder Lehrer hatten selbst das Bewusstsein nach ihrem „Selbst“ zu suchen und konnten somit auch dem Heranwachsenden nichts dergleichen vermitteln.

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In unserer Gesellschaft herrscht Reizüberflutung, Konsum, Stress und Hektik, für Selbstentdeckung bleibt keine Zeit. Um das Selbst zu erforschen, brauchen Sie so einiges:

  1. Den Wunsch oder die Motivation sich selbst kennen zulernen.
  2. Ruhe und stille Momente. Im Lärm können Sie Ihrer inneren Stimme nicht lauschen.
  3. Ehrlichkeit. Ohne Ehrlichkeit keine Erkenntnis. Sie haben Ihre eigene Aufrichtigkeit verdient.
  4. Mut. Denn Sie werden Dinge finden, die Ihnen zunächst nicht gefallen.
  5. Akzeptanz dessen, was Sie in sich finden.
  6. Durchhaltevermögen. Den Blick auf Schwächen und Unvermögen auszuhalten und den Weg dennoch fortsetzen.
  7. Mitgefühl. Nur im Mitgefühl mit sich selbst können Sie weitergehen.

Das letzte, das Sie brauchen, ist Oberflächlichkeit! Die Oberfläche hat keinen Tiefgang. Der oberflächliche Umgang mit sich (und anderen) entspringt der inneren Gleichgültigkeit.

  • Vielleicht haben Sie von Ihren Eltern gelernt, dass es egoistisch ist, sich um sich selbst zu kümmern.
  • Oder Sie glauben es nicht wert zu sein, ein gutes Leben zu führen.
  • Selbstpflege könnte in Ihren Augen auch ein absurder Luxus sein, etwas für Warmduscher, Neurotiker und Sensibelchen.
  • Es muss ein Faulenzer sein, der sich mit seinem Innersten beschäftigt, anstatt ranzuglotzen!

Wenn Sie sich die Sätze mit wachen und kritischen Augen ansehen, erkennen Sie die Konditionierung. Irgendwann hat irgendwer Sie dahingehend erzogen so zu denken.

Ihre Erziehung hat begonnen, als Ihr Selbst schon da, aber noch leicht beeinflussbar war.

P1020112Genauso gut ist es möglich, dass Sie es schlicht vergessen haben, sich um sich zu kümmern und den Zeitpunkt dafür auf das Rentenalter verschoben haben.

Ohne Zugang zum eigenen Selbst kann es sein, dass Sie das Gefühl haben, als Statist durch Ihr Leben zu gehen. Das Leben geschieht Ihnen. Den Regieanweisungen anderer Personen folgend, bewegen Sie sich durch die Kulisse. Das Selbst hat keine Wirksamkeit. Eine gefühlte Schwäche schleicht sich über die Zeit ein ebenso Unsicherheit. In Unsicherheit bewegen wir uns nur sehr vorsichtig. Ihr Selbst, das mit einem Auftrag auf diese Welt kam, hat das Gefühl nicht zum Zug zu kommen, zieht sich frustriert zurück.

Das Selbst drängt auf Ausdruck im Leben, erlösen Sie es aus seiner Frustration indem Sie ihm Achtsamkeit schenken. Mit Recht wünschen Sie sich ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Dinge, die das Leben leichter und wertvoller machen. Stellen Sie sich vor, in Zukunft selbstsicher durch Ihr privates, emotionales und berufliches Leben zu gehen. Energievampire, Narzissten und Mobber würden sich die Zähne an Ihnen ausbeißen!

Entscheidungen zu fällen und zu ihnen zu stehen, wäre kein Problem. Anstehende, klärende Gespräche könnten die Weichen Ihres Lebens neu stellen.

P1020113NEUGIER ist ein unterschätztes Geschenk. Lassen Sie sich auf sich selbst ein! Mit der Neugier eines Kindes.

Erinnern Sie sich:

Welche Eigenschaft, Vorliebe, Qualität oder Abneigung hat an Ihnen schon immer bestanden? Und hält bis heute an?

Was widerspricht Ihrem Wesen, welche Umstände, Pflichten und Tätigkeiten?

Bei welcher Beschäftigung können Sie gut abschalten, fühlen sich besonders wohl? Sport, Lesen, Spaziergang, Musizieren, Kochen …

In welchen Momenten geht Ihnen das Herz auf? Musik, Tiere, Geselligkeit, kleine Kinder, Blumen und Bäume, Landschaft …

Schon hier können Sie Einblick in Ihr Selbst gewinnen und mit der Pflege beginnen.

Schrauben Sie Stressfaktoren zurück und lassen Sie in Zukunft mehr in Ihr Leben, das Sie erfreut und entspannt. Einfach ausgedrückt: weniger Unangenehmes, dafür mehr Freude für das Selbst. Akzeptieren Sie nicht die konditionierte, standardisierte Reaktion: „Das geht nicht!“ Diesem Mantra sind Sie lange genug gefolgt.

Indem Sie Ihrem Selbst näher rücken, wirkt das universelle Gesetz der Anziehung/Resonanz. Sie erlösen Blockaden und Selbstsabotageakte in Ihrem Inneren. Mehr und mehr werden Sie die Dinge in Ihrem Leben anziehen, die Ihrem Selbst wichtig sind.

 

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Lösungsorientiert-Energetisch-Spirituell

 

 

 

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Hallo Bettina,

Danke für deinen Artikel über das „Selbst“, ein von vielen benutztes Wort, um sich (selbst) runterzumachen, eine gesellschaftlich anerkannte Rolle zu repräsentieren oder wie du schon sagtest, auch um sich zu blockieren.

Ein schöner Lösungsansatz, das Selbst wie ein Kind voller Neugier und Abenteuerfreude neu zu entdecken, um es nach und nach zu entfalten, damit das Leben leichter wird und wie du schon schreibst, Möglichkeiten gibt es genug, es ist nur ungewohnt 🙂

Herzliche Grüße aus dem Zugspitzland

Es ist, als gäbe es ein Gesetz, das vorschreibt, das Selbst stiefmütterlich zu behandeln. An mir -selbst- stelle ich diesen blinden Fleck oft fest. Wir sprechen von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und sind doch selbst-blind und selbst-taub. Eine destruktive Voraussetzung für ein gutes, authentisches Leben!
Danke für Deinen Kommentar! (Schönen Urlaub noch!)
LG Bettina