TINNITUS-Mein Folterknecht

erstellt am: 24.07.2014 | Kategorie(n): ARTIKEL

2014-07-23_153711Mehr als 10% der deutschen Bundesbürger leiden dauerhaft unter einem Tinnitus.

Falls Sie unter Tinnitus leiden, lassen Sie diesen, falls nicht schon geschehen, ärztlich abklären. Als Tinnitus wird jedes Ohrgeräusch bezeichnet, das nicht von außen auf das Ohr eindringt.

In manchen Fällen ist der Tinnitus die Folge eines Hörsturzes, einer Entzündung oder Verletzung. Häufig ist das nervige Geräusch irgendwann da, ohne nachweislichen, körperlichen Vorgang.

An dieser Stelle muss ich mich outen, seit drei Jahren gehöre auch ich zu den Betroffenen. Nach dem Tod meines Vaters hatte ich eine schwere Grippe, die ganze drei Wochen anhielt. Die Grippe ging und es kam das fürchterliche Ohrgeräusch. Zu Anfang wechselte der Ton noch oft von einem Ohr zu anderen. Der Ton war laut und schrill, ich war verzweifelt. Ich konnte mich nur schwer auf Aufgaben konzentrieren, litt unter großer körperlicher Anspannung und innerer Unruhe. Das Schlimmste war jedoch die Verschlechterung der Hörfähigkeit und eine seltsame Desorientierung, ich konnte Geräusche kaum orten. Aus welcher Richtung kamen Stimmen oder Musik?

Natürlich ging ich zum Arzt, der aber keinen Hörsturz oder andere Ursachen feststellen konnte.

Der Ton in meinem Ohr entwickelte sich zu einer Qual. Kein Wunder, wenn moderne Folterknechte die Dauerbeschallung mit einer hohen Frequenz anwenden, um ihren Opfern Pein zu verursachen. Ich bin sicher, sie erreichen damit ihr Ziel.

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Ist der Tinnitus nicht auf eine Beschädigung des Ohrs zurückzuführen, muss man im Tinnitus ein Symptom und nicht die Ursache sehen.

Z.B. als Stresssymptom, dann ist Stress der Auslöser und der Tinnitus das Symptom. Stress wird als die häufigste Ursache für Tinnitus genannt. Der Lärm im Inneren. Der Ton als eine Art Alarmglocke. Und Stress bedeutet nicht immer Arbeitsstress. Ängste, große und vor allem andauernde Belastungen, Sorgen, schwere Diagnosen, aber auch Schuld-und Minderwertigkeitsgefühle sind massiver Stress für Körper und Geist.

In meinem Fall machte ich eine Sitzung mit meiner EFT-Ausbilderin, wir bearbeiteten ein Vaterthema. In den nächsten 12 Stunden verringerte sich das Ohrgeräusch um 50%. Mit dem Rest lebe ich, das Geräusch schwankt in seiner Intensität. Verblüffend ist, dass das Geräusch in Stressmomenten oft fast verschwindet und in Entspannungsphasen die Lautstärke wieder zunimmt.

Wenn Sie unter Tinnitus leiden, empfehle ich Ihnen folgendes:

  • Verbrüdern Sie sich mit dem Feind, den Sie noch nicht besiegen können.
  • Schenken Sie ihm Achtsamkeit. Wann geht der Geräuschpegel rauf, wann runter? Wann bringt mich der Ton zu Raserei und wann kann ich ihn tolerieren?
  • Was löst Veränderungen des Geräusches aus?
  • Transformieren Sie den Feind in ein positives Bild, z.B. in Ihren persönlichen Botschafter.
  • Akzeptieren Sie das Ohrgeräusch als vorübergehenden Gast.

Rüdiger Dahlke beschreibt im Buch „Krankheit als Symbol“ das Ohrgeräusch als innere Stimme, die über lange Zeit ignoriert wurde und im Symptom ihre Aufmerksamkeit erzwingt. Was haben Sie über lange Zeit nicht hören wollen?

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Tinnitus, aber bitte nicht stundenlang am Tag. Immer wieder mal hinspüren und versuchen zu verstehen, was will mir dieses Geräusch sagen? Ernennen Sie den Tinnitus zum vorläufigen Botschafter Ihrer inneren Stimme, zu der Sie im Lauf der Jahre die Verbindung verloren haben. Sie können damit Ihr Leid verringern. Statt passiv zu leiden, aktiv zu werden. Den Zugang zu sich selbst erneuern, forschen und auf diesem Wege viel erfahren.

  • Versuchen Sie ein Stressmanagement, sortieren Sie Überflüssiges aus Ihrem Alltag, setzen Sie neue Prioritäten, was ist wirklich wichtig oder eilig.
  • Bearbeiten Sie Belastungen, Altlasten und schlechte Gefühle, wenn nötig, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.
  • Suchen Sie Stille. Ich weiß, dass viele Tinnitusträger genau das vermeiden, weil sie in der Stille das Geräusch am deutlichsten hören. Und dennoch ist es Stille, die Sie brauchen, in einer sehr lauten, überreizten Welt. Horchen Sie zunächst auf das Ohrgeräusch und dann in die Stille, meditativ und vielleicht fürs Erste nicht zu lange.

Hier noch einige Affirmationen, die Ihnen im Umgang mit dem Tinnitus helfen könnten.

Ich akzeptiere dich (Tinnitus) als vorübergehenden Gast.

Mutig lausche ich in die Stille.

Ich höre und versuche zu verstehen.

Ich erkenne meinen Tinnitus als innere Stimme an, die ich noch nicht verstehe.

Trotz des Geräusches ist mein Geist frei und klar.

 

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Eine wichtige Botschaft, nicht nur für Tinnitus Betroffene:

Laufen Sie nicht vor der Stille weg, sondern nutzen Sie sie zur Heilung.

Das mag zwar anfangs ungewohnt sein, aber Ihr Körper und Geist danken es Ihnen.

In der ersten Zeit mit Ohrgeräusch habe ich die Stille gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Jetzt lausche ich und erfahre sehr viel.

Vielen Dank für die Anregungen und Affirmationen zum Umgang mit Tinnitus. Endlich eine nützliche, praktische Hilfe für Betroffene!

Danke, Alexandra für Dein positives Feedback. Viel Erfolg beim „Verhandeln“ mit dem Tinnitus! LG Bettina

Liebe Frau Baumann, danke für Ihren Post. Es tut gut, eine Bestätigung meiner eigenen Gedanken und Ideen zum Tinitus zu bekommen. Herzliche Grüße, Yngo Gutmann

Hallo Yngo, schön, dass ich Deine Bestätigung sein darf. Unser Denken darf sich über das schulmedizinische „Krankheitsdenken“ erheben und bessere Lösungen finden. Lösungen, die uns in der Gänze unseres Seins erfasst. LG Bettina