Kennen Sie Ihre Glaubenssätze zum Thema Beziehung?

erstellt am: 14.02.2014 | Kategorie(n): ARTIKEL, Kennen Sie Ihre Glaubenssätze zum Thema Beziehung?

Was sind Glaubenssätze?

Ein Glaubenssatz ist mehr als ein Gedanke, eher ein Filter durch den Ihre Gedanken gehen. Bildlich könnte das so aussehen, dass jeder Ihrer Gedanken durch den Filter geht und dabei entsprechend dem Glaubenssatz eingefärbt wird. Wenn nun Ihr Glaubenssatz ist: „Ich bin ein wertvoller Mensch, mein Leben ist wundervoll“, dann dürfen Sie diesen Satz selbstverständlich behalten, weil er wird Ihnen an jedem Tag zu jeder Stunde helfen, Ihr Leben zu meistern. Allerdings trägt ein Großteil der Menschen ganz andere Sätze in sich.

Glaubenssätze kontrollieren uns

Sie liegen ganz tief unten in unserem Bewusstsein und tun ihr Werk ohne dass es dem Menschen bewusst ist. Glaubenssätze sind tief verinnerlicht und entziehen sich so dem Betrachter. Und alles, was wir nicht betrachten, können wir weder prüfen noch kontrollieren. Glaubenssätze kontrollieren uns. Sie erwischen uns kalt, schlagen unter die Gürtellinie, lauern in dunklen Ecken und verfehlen ihr Ziel nicht. In diesem Artikel möchte ich mich weniger mit einzelnen Glaubenssätzen und ihren Auswirkungen befassen, als damit, Ihre Wahrnehmung und Achtsamkeit zu schärfen um Ihre Glaubenssätze identifizieren zu können. Und um Ihnen Hemmungen zu nehmen, hinzuschauen.

Glaubenssätze sind alt, sehr alt, uralt

Genau deswegen ist es auch so schwierig, die Glaubenssätze zu finden, die an Ihnen wirken. In der Regel wurden sie in der Kindheit installiert. Ja, man muss von Installation sprechen.

Die meisten Menschen sprechen als Erwachsener von einer wunderbaren Kindheit, ohne Sorgen, voller Spiel und Spaß. Man nennt das die Illusionierung der eigenen Kindheit. Da wird darauf bestanden, dass alles Schäfchen und Blümchen war. Bei genauerem Nachfragen bekommt das Bild Risse und Sprünge. Oft entstehen dadurch Gefühle von Unsicherheit, was zunächst verständlich ist. Doch es ist nicht notwendig Ihre heutige Persönlichkeiten in Frage zu stellen, indem Sie die Vergangenheit betrachten.

Es ist der Prozess des erwachsen Werdens, die eigene Kindheit nicht weiter durch Kinderaugen zu betrachten, sondern durch die Augen des Erwachsenen, der sie heute sind.

Wie wirken Glaubenssätze?

Dazu nehmen wir ein Beispiel, vielleicht fragen Sie sich, warum Sie konsequent an den/die falsche Partner/in geraten. Sie verlieben sich, investieren Ihre Gefühle und stellen nach einiger Zeit fest, dass die Beziehung auf sandigem Boden steht, Sie Vertrauen und Liebe zu der/dem Partner verlieren.

Es könnte sein, dass in Ihnen ein Glaubenssatz wirkt, wie z.B.:

  • Beziehung ist immer kompliziert
  • mein Vertrauen wird immer missbraucht, es ist sicherer, wenn ich nicht vertraue
  • jede Beziehung bringt Enttäuschung
  • irgendwann ist der Lack ab/die Luft raus
  • Beziehung bringt Schmerz und Tränen
  • wenn ich mich auf meinen Partner verlasse, bin ich verlassen
  • keine ist so gut wie Mutti
  • keiner ist so gut wie Papi
  • wenn es nicht wehtut, ist es keine Liebe
Jetzt wäre es nötig, die rosa Brille der kindlichen Illusionierung abzunehmen und die Lupe von Sherlock Holmes in die Hand zu nehmen.  Weil die erste Beziehung, die sie erlebten, die Ihrer Eltern war und Ihre Beziehung zu den Eltern. Hier entstand zu allererst Prägung.

Die Zahl der Möglichkeiten ist riesig. Wie war die Beziehung Ihrer Eltern zueinander? Wie kompliziert war die Beziehung, konnten die Eltern miteinander sprechen und vor allem auch über wichtige Dinge, oder wurde da geschwiegen? War es eine vertrauensvolle Beziehung oder hat einer sehr viel investiert und der andere nur genommen? Haben Sie die Traurigkeit Ihrer Mutter wahrgenommen oder die Frustration des Vaters über die Ehe. (Kinder nehmen stark wahr, auch wenn sie es nicht gut verstehen.) Gab es viel Streit, wenig Frieden, wenig Harmonie und Wohlwollen. Gingen die Eltern ehrlich miteinander um oder fielen sie sich gegenseitig in den Rücken? Hat ein Elternteil den anderen dominiert, unterdrückt und absichtlich klein gehalten?

Sehr subtil sind auch die Beziehungen der Elternteile zu ihren Kindern. Wurden Sie beachtet und ernst genommen? Hatten Sie das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Liebe? Wurde Ihnen oft etwas versprochen, das dann nicht gehalten wurde und Sie haben das Gefühl der Enttäuschung in sich manifestiert? Sind Sie aufgewachsen wie das Unkraut im Garten ohne Unterstützung und Wertschätzung (was bin ich mir wert?). Sehr kompliziert wird es, wenn die Mutter den Sohn als Partnerersatz benutzt (ohne sexuelle Handlung), da sie mit ihrem Partner nicht zufrieden war oder der Partner unzuverlässig war. Vielleicht neigen Sie dazu Vater-oder Mutterfigur auf ein Podest zu stellen, dem kein Sterblicher je nahe kommen kann.

Es geht nicht darum im „Schmutz zu wühlen“ oder Schuldzuweisungen zu machen. Es geht um Ihre Entwicklung zu einem freien, selbstbestimmten Leben. Und dafür lohnt es sich allemal, einen klaren Blick auf die Dinge zu werfen.

Ein negativer Glaubenssatz im Bereich Beziehung wird jede Ihrer Beziehungen sabotieren.

Der Mensch ist ein Wiederholer, das hat schon Freud festgestellt, wir wiederholen unsere Dramen in der Hoffnung, sie irgendwann einmal lösen zu können. Deshalb befinden wir uns wieder und wieder in ähnlichen Situationen. Aber um das Drama erlösen zu können, muss es erst erkannt werden. Wagen Sie den unverblümten Blick!

Die Energie, all das, was in Unordnung ist, in Ordnung zu bringen, Verborgenes aufzudecken, steht uns noch zur Verfügung. Seien Sie der Whistleblower Ihres Lebens und decken Sie die Unordnung mutig und beherzt auf. Räumen Sie in sich auf um Raum zu schaffen für Neues, Positives und für gute Gefühle!

Sollten Sie stark unter Altlasten (Belastungen aus der Vergangenheit) leiden, nehmen Sie für die Aufräumarbeiten professionelle Hilfe in Anspruch.

 

  

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