Cappuccino bitte!

erstellt am: 15.01.2014 | Kategorie(n): Cappuchino bitte!

Könnte an jedem Tag, zu jeder Zeit überall passieren

p1020679Anfang dieser Woche war ich in meinem Lieblingscafe, saß dort mit einem Freund. Dann ging die Tür auf, ein Bekannter trat herein, ging grußlos an uns vorbei. Steuerte direkt den Tresen an und bestellte einen Cappuccino. Danach setzte er sich an unseren Tisch, holte umgehend seinen Geldbeutel aus der Hosetasche und kramte in seinen Münzen. Mein Freund fragte ihn:“Hast Du es heute eilig?“ Er antwortete kurz:“Nein, ich bin unruhig.“ Sein Cappuccino kam und bezahlte ihn sogleich mit passendem Kleingeld. Mein Freund machte ihm einen Vorschlag:

„Wenn Du morgen kommst und gleich zwei Cappuccinos bezahlt, musst Du übermorgen gar nicht ins Cafe kommen.“

Den Vorschlag fand ich genial, weil er das Problem humorvoll und überspitzt, aber auch deutlich bezeichnete.

Unser Bekannter betrat das Cafe und verließ es gedanklich im gleichen Moment wieder. Energetisch könnte man sagen, war er niemals da. Anstatt 20 Minuten mit einem Cappuccino und einem netten Gespräch zu genießen, nahm er die Auszeit (seine Arbeitspause) nicht wahr.

Nach dem Motto: bestellen-bezahlen-gehen

Nun fehlt in der Aufzählung bestellen-bezahlen-gehen, ganz klar das Trinken des Bestellten. Da ich davon ausgehe, dass jemand, der Cappuccino bestellt, Cappuccino auch gerne mag, fehlt hier der Genuss.

Viele Jahre meines Lebens habe ich schöne Ereignisse abgearbeitet, ohne das Angenehme des Moments dabei wahrzunehmen. Das Angenehme optisch, akustisch oder mit dem Geschmackssinn mit allen Sinnen zu erfahren, gibt uns ein gutes Gefühl und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Dazu ist es nötig, aufmerksam zu sein.

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Im eigenen Leben präsent zu sein.

Was nicht so einfach ist, erfordert es doch eine gewisse Konzentration. Unser Bekannter hat wahrscheinlich heute kaum noch eine Erinnerung an diesen Cappuccino. Die Konzentration auf den Moment zu lenken ist, wie viele Dinge im Leben, eine Übungssache. Machen Sie sich öfter am Tag bewusst:

  • Was tue ich gerade?
  • Was denke ich?
  • Wie geht es meiner Stimmung?
  • Wie fühlt sich mein Körper an?

Hallo, ich bin da!

Machen Sie sich mehrmals am Tag Ihre Präsenz bewusst, indem Sie aufmerksam sind. Gerade, wenn es um Ihre Freizeit geht. Freizeit ist wertvoll und ist die Zeit, die Sie genießen könnten. Durch Präsenzübungen habe ich z.B. festgestellt, dass ich vieles, das andere toll finden, selbst überhaupt nicht toll finde. Seitdem strukturiere ich meine Freizeit nach meinen Bedürfnissen und nehme die Ereignisse bewusster wahr. Seien Sie selektiv!

Sagen Sie:“Ja, ich bin da!“, nehmen Sie Ihre Anwesenheit im Moment wahr, damit es Ihnen nicht so geht, wie unserem Bekannten, der seinen Cafebesuch absolvierte wie eine Maschine, die alles kann, außer genießen.

Über Präsenz können Sie auch in diesem Artikel lesen.

 

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Hallo Bettina,

mit dieser Begebenheit rückst du die kollektive Störung unserer „zivilisierten“ Gesellschaft wieder einmal treffenderweise in unser Bewusstsein.

Eckhart Tolles erster Satz, im 2. Kapitel seines Buches: „Stille spricht – Wahres Sein berühren“, lautet „Menschsein heißt: in Gedanken verloren zu sein.“

Immer wieder begegne ich älteren Menschen, die bedauern „gar nicht richtig gelebt“ zu haben.

Deine hilfreichen Anregungen haben mir auch in meinem Alltag schon oft geholfen, „wieder zu mir selbst zu kommen“.

Allein das Mantra „Ich bin da!“ ist nicht nur einprägsam, humorvoll, sondern hilft uns, ins wahre Leben zurückzukehren.

Danke.

Franziska

Was uns alles entgeht, wenn wir in unseren, meist negativen Gedankenfeldern hängen bleiben! Inzwischen funktioniert mein Rückholfaden, wenn ich in schlechten Gedanken (Zeitdruck, Probleme, Vergangenheit) fest gefahren bin, immer besser. Es ist eine Übungssache. Ich stelle mich oft vor den Spiegel, schaue mir in die Augen und sage:“Ich bin präsent.“
Danke für Deinen Kommentar.
Grüße Bettina

Hallo Frau Baumann!
-Vielen Dank für Ihre Klopfthemen, allein die Sätze, machen mich schon auf einige Situationen aufmerksam.
– kleiner Hinweis,
Ihre „Cappuccino“ Geschichte, da es weich ausgesprochen wird , kommt kein H nach dem c.

Vielen DANK
lupa

Vielen Dank für Ihren Hinweis. Werde den Fehler sofort ausbessern!
Und weiterhin viel Erfolg und Erkenntnisse mit EFT. LG Bettina Baumann