Intelligenz ist androgyn

erstellt am: 03.08.2013 | Kategorie(n): ARTIKEL, Intelligenz ist androgyn

Klarstellung des Begriffs „androgyn“

Natürlich meine ich nicht damit, dass ein intelligenter Mann eine schwule oder eine intelligente Frau eine lesbische Entwicklung macht. Das würde den Menschen lediglich auf seine Sexualität reduzieren. Das androgyne Menschenbild ist ein Ideal, eine Vereinigung des Weiblichen mit dem Männlichen. Die perfekte Symbiose.

Sigmund Freud sprach von dem Animus in der Frau und der Anima im Mann. Er beschreibt damit die gegengeschlechtlichen Anteile in einer Persönlichkeit. Diese Anteile sind da, werden aber nicht wahrgenommen oder sogar bekämpft. Weil die Gesellschaft den Mann gerne männlich und die Frau weiblich hätte. Einfache Strukturen sind leichter zu handhaben.

Weibliche Eigenschaften werden der rechten Gehirnhälfte zugeordnet und stehen für Intuition, weniger Dominanz, Kreativität etc. Die linke Gehirnhälfte steht für männliche Eigenschaften wie Dominanz, Logik, Rationalität.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten als Frau männliche Dominanz und Logik nutzen. Oder es stünde Ihnen als Mann weibliche Intuition ganz selbstverständlich zur Verfügung. Durch die Akzeptanz der gegengeschlechtlichen Anteile entsteht ein „ganz“ werden, ein „heil“ werden. Die Möglichkeit zum androgynen Denken eröffnet sich. Intelligente Menschen denken androgyn, für sie macht der volkspopulistische Kampf der Geschlechter keinen Sinn.

Das Weibchen/Männchen Ding – Der Intelligenz graut vor Banalem

Unter dem „Ding“ verstehe ich die Ausfüllung der gesellschaftlichen Geschlechterrolle.

Sitzen Sie als Mann vielleicht schon Jahrzehnte an einem Stammtisch und tauschen flache Bewertungen aus, kauen immer gleiche Klischees durch und lachen mühsam über eindimensionale Scherze? Wundern Sie sich darüber, dass Sie sechs Schoppen Wein oder 8 halbe Bier brauchen um diesen Abend zu durchstehen? Ist die entstehende Entspannung der Unterhaltung oder dem Alkoholgenuss zu zuschreiben? Vielleicht beleidigen Sie Ihre Intelligenz!

Genauso sitzt Frau unter Frauen, tauscht Kochrezepte aus, diskutiert die Qualität von Kosmetikartikeln und erfährt das Neueste über die Nachbarschaft. Dabei empfindet sie tiefe Gefühle der Verzweiflung. Sind Sie hier am richtigen Ort? Sind das Themen, die Ihnen am Herzen liegen? Vielleicht interessieren Sie weder Rezepte, Wimperntusche noch das Neueste aus der Nachbarschaft bzw. Kollegen. Vielleicht erfüllen Sie nur eine Geschlechter spezifische Erwartung unserer Gesellschaft – und beleidigen Ihre Intelligenz.

Intelligenz ist frei

Die Intelligenz sieht in der Welt ein freies Feld für Möglichkeiten.

Der Globus als weiße Kugel, die nur darauf wartet, gestaltet zu werden. Und erlebt dadurch viel Frustration. Da die Welt überall Beschränkungen setzt. Konventionen und Gesetze schränken Handlungsmöglichkeiten in nahezu allen Lebensbereichen ein. Beschränkungen, die sinnentleert begründet werden, einfach nach dem Motto: Warum? Wieso? Ganz klar, weil es immer schon so war.

Uns wird vorgegaukelt, wir wären frei. Was nicht stimmt. Wir sind stark kontrolliert von vielen Seiten. Wer sich gegen Regeln richtet, wird ausgegrenzt.  Aktuelle Vorkommnisse zeigen, dass wir bis in unsere private Email-Korrespondenz kontrolliert werden. Mit Freiheit hat das nichts zu tun. Unsere Gedanken könnten frei sein.

Intelligenz findet immer Lösungen

Schon in der Schule wird der „einzig richtige Weg“ forciert. Jede mathematische Aufgabe hat mehr als eine Lösungsmöglichkeit. In unserem System wird die „eine“ Lösung fixiert. Flexibles Denken findet für jedes Problem mehr als eine Lösung und ist transportfähig.

Die mathematische Lösung kann auch in der Küche, im Garten, im Kartenspiel, beim Autofahren oder sonst irgendwo hilfreich sein. Lösungsfähigkeit wird in andere Bereiche übertragen, das ist wahrhaftige Intelligenz. Dazu braucht das Gehirn die Informationen aus beiden Gehirnhälften. Selbst in schwierigsten Situationen findet die integrative Intelligenz eine Lösung. Weil da, wo der männliche, (zu) stark strukturierte Anteil an seine Grenzen stößt, die Intuition und das Potential der Kreativität unkonventionelle Lösungen schaffen können.

Androgynes Denken, Verstand und Intuition. Rationale und emotionale Intelligenz.

Intelligenz passt sich nicht an

Mit Anpassung tut sich die Intelligenz sehr schwer. Sie hat dabei das Gefühl an Niveau zu verlieren. Hat sie in einer Sache bessere Ideen für die Umsetzung, wird sie andere Angebote ablehnen. Damit grenzt sich die Intelligenz aus, wird von Mitmenschen als unsozial empfunden. Schwimmt nicht mit, sondern gegen den Strom.

Da ihre Ideen neu und ungewöhnlich sind, macht die Intelligenz ihrem Umfeld einen verrückten Eindruck.

Meist bleibt sie bei ihren Überzeugungen, doch der soziale Druck ist groß. Anpassung unter diesen Umständen bezahlt die Intelligenz teuer.

Das Problem der Intelligenz mit nicht vorhandener Authentizität

Kennen Sie das Gefühl: Vor Ihnen steht ein Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzter, erzählt Ihnen etwas und erwartet Ihren Respekt. Und Sie glauben Ihm seine Worte nicht. Dieses Gefühl haben auch schon Kinder. Vielleicht erzählt Ihnen dieser Mensch etwas, von dem er selbst nicht überzeugt ist. Die wirkliche Intelligenz (rational-intuitiv) spürt diese Unstimmigkeit und kann das Gesagte nicht annehmen. Und das mit dem Respekt ist dann das nächste Problem.

Wie kann jemand erwarten respektiert zu werden, wenn er Dinge ausdrückt, von denen er selbst nicht überzeugt ist. Die Intelligenz ist stark an Wahrheit und Identität gebunden. Unwahrheiten und Halbwahrheiten sind für die Intelligenz Zeitverschwendung, es gibt Wichtigeres zu tun.

Authentisches Handeln ist für die Intelligenz unabdingbar und nicht verhandelbar.

 

Intelligenz respektiert Leben

Im androgynen Denken haben patricharische (ausschließlich männlich beeinflusste) Strukturen keine Chance. Die Ausbeutung von Mensch und Natur macht für die Intelligenz keinerlei Sinn, ihr erkennt die Konsequenzen. Ihr stellt sich die Frage: Wie kann ich Arbeitskraft und Ressourcen nutzen ohne sie zu zerstören? Sie hat die Kapazität weiter in die Zukunft zu denken.

Gewalt ist kein Mittel der Intelligenz, ihre Durchsetzung findet andere Wege.

Die Zahl der Menschen, die anders denken, wird immer größer. Unsere weltweite Wirtschaftskrise zeigt, dass uns veraltete Vorgehensweisen nicht mehr dienlich sind. Das Neue (Denken) ist schon da. Neues hat es anfangs immer schwer, doch mit der Zeit wird es selbstverständlich. 

Lassen Sie sich doch mal das neue Denken durch den Kopf gehen.

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Liebe Frau Baumann

Auf Grund Ihrer Videos auf Youtube und meiner Suche nach EFT bin ich auf Ihre Arbeit gestoßen. Mir gefällt Ihr Werkzeugkoffer aus Energiearbeit & Meditativem und die Schwerpunkte, die Sie setzen! Da ich diesem Artikel auch nur zustimmen kann, sende ich hiermit mal liebe Grüße aus Hannover und ein großes Danke!

Hallo, danke für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie den Weg auf meine Seite gefunden haben und dass Ihnen mein Angebot gefällt. Der therapeutische Markt ist riesig. Da ich nur mit Themen arbeiten kann, die ich selbst lebe und vertrete, war für mich die Arbeit mit EFT erste Wahl. EFT bietet sich zur Kombination mit Meditation und Affirmation geradezu an.
Liebe Grüße nach Hannover! Bettina