Sorgen und Befürchtungen-Generalisierte Angststörung

erstellt am: 09.07.2013 | Kategorie(n): ARTIKEL, Sorgen und Befürchtungen-Generalisierte Angststörung

Angst ist nicht gleich Angst

Es gibt deutliche Unterschiede innerhalb des Angsterlebens. Die Generalisierte Angststörung (GA) beschreibt das Bild der ständigen Sorge und Befürchtungen. Menschen mit GA leben in der dauerhaften Angst, es könnte etwas Schlimmes passieren. Ein konkreter Auslöser muss dafür nicht vorhanden sein.

Fallbeispiel aus der Praxis:

Eugen ist 58 Jahre alt und nach einem Arbeitsunfall Frührentner. Seit zwei Jahren leidet er unter Befürchtungen in den verschiedensten Bereichen. Er ist eine sportliche Erscheinung, hat aber mit Auftreten der Angst seine Aktivitäten stark eingeschränkt, da er Verletzungen befürchtet. 

Auch ist er leidenschaftlich gerne gereist, jetzt ist ihm das Risiko zu groß. Ihm oder seiner Frau könnte während der Reise etwas passieren. Eugen hat auch große Sorge um seine Gesundheit, er verzichtet auf viele Lebensmittel, die er eigentlich gerne isst und fastet regelmäßig. Die Angst vorzeitig dement zu werden, setzt ihm stark zu.

Er fühlt sich permanent unter Zeitdruck ohne ersichtlichen Grund. Eugen kann keinen Auslöser für seine Ängste benennen.

Besonders quälen ihn die massiven Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und das Zittern seiner Hände.

Eugen sammelt schlechte Nachrichten aus dem TV, aus der Zeitung und aus der Nachbarschaft. Jede schlechte Nachricht löst in ihm einen „Film“ aus. Gedanklich springt er in seinem Film von einer beängstigenden Szene in die nächste. In diesem Film bleibt er oft stundenlang hängen. Danach fühlt er sich elend, fast depressiv.

Frei flottierende Angst

„Mein Partner/in könnte mit dem Auto verunglücken.“ „Mein Kind könnte sich verletzen/in der Schule durchfallen/auf die schiefe Bahn geraten.“ „Mein Vater könnte einen Schlaganfall haben und ein Pflegefall werden.“ „Mein Partner/in könnte seine Arbeitsstelle verlieren.“ „Ich könnte krank und an den Rollstuhl gefesselt werden.“ „Die Welt ist gefährlich, täglich geschehen Katastrophen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis es mich trifft.“

Hier zeigt sich, warum der Begriff „generalisiert“ verwendet wird. Die Angst, die irgendwann auf einem Bereich begonnen hat, hat sich ausgebreitet. Hat eigenen Dynamik entwickelt und ist zum Selbstläufer geworden. Aus gesunder Vorsicht ist ein dauerhafter Angstzustand geworden. Die Angst flottiert frei.

Bewertung von Informationen

Einflüsse von außen, durch Medien oder Gespräche werden überbewertet und als allgemein gültig erklärt. Es findet keine Realitätsprüfung statt. „Kann das wirklich passieren, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Befürchtung eintritt?“

Ein Stück Sicherheit erlangen die Menschen durch Kontrolle. Ständiges Rückfragen, Telefonieren:“Ist alles in Ordnung?“ Doch das Gefühl der Sicherheit ist nicht von Dauer.

Die angstvolle Vorstellung im Kopf

Menschen mit GA wären gute Drehbuchautoren. Zum jeweilig vorherrschenden Angstthema „drehen“ sie einen Film. Wie das Unglück beginnt, sich weiterführt und wie das Ganze enden wird. Da der Regisseur die Angst ist, passieren natürlich nur die schlimmsten Dinge und das Ende ist katastrophal. In diesen Angstfilmen fühlt sich der Betroffene gefangen. Die Stimmung ist verständlicherweise schlecht. Die Konzentration leidet enorm, ist doch ein großer Teil der „Festplatte“ voll mit Sorgen und Befürchtungen. D.h. Speicherkapazitäten sind belegt. 

Körperliche Symptome der GA

Der Mensch lebt in dauerhafter Anspannung, geistig und körperlich. 

Nervosität, Anspannungen, Schlafstörungen, Zittern, Schwindel, Herzrasen, Atemnot, Blutdruckerhöhrung, motorische Unruhe, Konzentrationsstörungen und Verstimmung. 

Erkenntnis als erste Maßnahme

Auch hier ist die Erkenntnis der eigenen Gedankenabläufe ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Was geht in mir vor? Was denke ich, und wie lange schon?“ „Wie realistisch sind meine Gedanken?“ Die Prüfung des Gedankeninhalts. 

Oder kreativ dem Angstfilm ein besseres Ende setzen. Es muss ja nicht gleich nach Hollywood-Manier das große Happyend sein. Aber ein für die Person erträgliches, weniger ängstigendes Ende finden.

Mein Mittel der Wahl in der Bearbeitung ist EFT, die Klopfakupressur, machen Sie doch einen Versuch damit:

EFT bei Angst (bitte anklicken)

  

Kommentar verfassen