Kennen Sie anstrengende Menschen?

erstellt am: 13.05.2013 | Kategorie(n): ARTIKEL, Kennen Sie anstrengende Menschen?

Vorsicht Manipulation!

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie nach einem Gespräch regelrecht müde und erschöpft waren? Oder gereizt und aggressiv? Oder verstimmt und ängstlich? Oder alles zusammen? Vielleicht fällt es Ihnen gerade jetzt auf, da ich Sie danach frage. Könnte es sein, dass Sie sich oft nach dem Gespräch mit einer oder mehreren bestimmten Personen schlecht fühlen?

Es gibt Bücher mit Titel wie:“Energievampire“ oder „Energieräuber“. Hier möchte ich Ihnen den komplexen, zwischenmenschlichen Vorgang aus einem anderen Blickwinkel (nicht energetisch) erklären. Wir sprechen hier über die Erkennung extrem anstrengender Menschen in Ihrem Umfeld und deren direkte Wirkung auf Ihr Wohlbefinden. Statt extrem anstrengend könnte man auch hochneurotisch sagen, es geht dabei um Ängste und emotionale Labilität.

Die Funktion von Abwehrmechanismen

Sigmund Freuds Tochter Anna hat eine lange Liste von Abwehrmechanismen verfasst. Wir alle gebrauchen täglich Abwehrmechanismen, das ist in gewissem Rahmen normal und gerechtfertigt. Unser Organismus (Geist und Körper) strebt stets nach Ausgleich. Wir sind bedacht ein gutes Bild nach außen zu geben und für uns noch viel, viel wichtiger: ein gutes Bild von uns selbst zu erhalten. Um dieses Bild von uns selbst stabil zu stellen, brauchen wir Abwehrmechanismen.

Nun braucht ein relativ ausgeglichener Mensch, der in seinem Leben zurechtkommt, selten auf Abwehrmechanismen zurückgreifen. Ein Mensch dagegen, der tief verunsichert, emotional instabil, verängstigt, nervös und stressanfällig ist, braucht fortwährend diese Mechanismen. Muss er doch sein Selbstbild nach innen und außen stabilisieren.

Praktische Beispiele für Projektion

Ein einfacher und doch stabiler Abwehrmechanismus ist die Projektion. Und in der Praxis sieht das so aus:

„Ich bin krank und werde täglich kränker. Und du siehst auch nicht gut aus!“   (Ich fühle mich schlecht)

„Du wirst sehen, das läuft schief, das kann nicht gut gehen, da passiert eine Katastrophe!“ (Ich habe Angst vor der Zukunft)

„Die Menschen sind schlecht, du kannst niemandem vertrauen!“   (Ich bin alleine, habe niemanden)

„Du wirst sehen, alles geht den Bach runter. Wir bekommen keine Rente!“   (Ich habe Angst vor der Zukunft)

Unser Nachbar ist ein Schwein und seine Tochter eine Hure!   (Ich muss andere schlecht machen, um mich darüber stellen zu können)

„Überall wird man betrogen, du wirst auch dauernd betrogen!“   (Ich fühle mich vom Leben betrogen, bin selbst unwirksam in meinem Leben, kann mich nicht erwehren)

Oder subtiler:“Hast Du keine Angst? Ich an deiner Stelle würde vor Angst umkommen. Ich mache mir Sorgen um dich. Denk doch an deine Eltern/Kinder! Du kannst ja machen, was du willst, daran kann ich dich nicht hindern…“   (Ich bin voller Angst, bewege dich nicht weg von mir)

Was steht hinter den Aussagen?

In Klammer stehen die versteckten, meist unbewussten Ängste dieser Menschen. Nach diesen Äußerungen fühlt sich dieser Mensch kurzfristig entlastet. Belastet ist jetzt Sie, der Zuhörer. Belastet mit Ängsten, Befürchtungen, verdrehten Statements und Überzeugungen, die nicht Ihrem eigenen Erleben entsprechen. Der Zuhörer erlebt eine hochgradige Manipulation. Natürlich möchte der neurotische Mensch, dass Sie seine Emotionen übernehmen, schafft es ihm doch vorübergehend Entlastung und somit Ausgleich seines inneren Selbstbildes.

Ihre Reaktion auf die Manipulation

Wenn Sie sich fühlen, als hätte man einen Abfalleimer über Ihrem Kopf geleert, dann ist das eine sehr gesunde Reaktion. Jeder Mensch fühlt sich schlecht, unwohl oder fremd, solange er sich im Gefühlsleben einer anderen Person aufhält. Und gerade dann, wenn dieses Gefühlsleben zu 100 Prozent schlecht ist.

Schutz durch Erkennung

Schützen Sie sich vor Attacken, vor emotionaler Manipulation indem Sie den Ablauf als solchen erkennen. Sie tun dem Verursacher auch keinen Gefallen, indem Sie seine Dramen übernehmen, da er sich wenige Zeit später wieder in seinen Ängsten einfindet.

Wenn Sie plötzlich Unwohlsein, Stimmungsabfall und Gereitzheit, vielleicht auch körperliche Missempfindungen an sich feststellen, fragen Sie sich:“Was ist gerade passiert?“ „Auf welchen Eindruck von außen reagiere ich?“ Denn jeder Eindruck schafft einen Ausdruck. Mit etwas Übung entwickeln Sie die Achtsamkeit, die Sie vor ungewollten Fremdeinflüssen (Fremdenergien) schützt.

 

 

 

 

 

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