Über Schuldgefühle

erstellt am: 05.02.2013 | Kategorie(n): ARTIKEL, Über Schuldgefühle

IMG_3519Schuldgefühle und ihre Konsequenzen

Schuldgefühle sind weit verbreitet und können außerordentlich quälend sein. Schuldgefühle lösen eine große Zahl anderer negativer Gefühle aus, wie Wertlosigkeit, ein schlechter Mensch zu sein, nicht mehr glücklich sein zu dürfen und Strafe zu verdienen. Unter diesen Bedingungen zu leben, lässt kaum einen frohen Tag zu.

Der Umgang mit Schuldgefühlen

Der Auslöser für Schuldgefühle kann verschieden sein. Gehen wir davon aus, ein Mensch hat etwas „Schlimmes“ (in seiner Wertung) getan und jetzt fühlt er Schuld. Er könnte sich entschuldigen, was aber, wenn die Entschuldigung nicht angenommen wird oder es gibt keine Adresse für die Entschuldigung. Zunächst könnte der Mensch Schadensbegrenzung betreiben, Auswirkungen bekämpfen, Ausgleich schaffen. In Kommunikation treten. Der „Tat“ einen positiven Gegensatz bieten.

Diese Wege zu gehen ist nicht einfach, aber die Mühe lohnt sich, es schafft ein gutes Gefühl und bringt Aktion in einen statischen Zustand. Es ist selten zu spät für diese Schadensbegrenzung.

Sind diese aktiven Möglichkeiten der Bekämpfung von Schuldgefühlen aus irgendeinem Grund nicht möglich, könnte sich der „Täter“ selbst vergeben. 

P1000845Sich wahrhaftig zu vergeben setzt Mitgefühl und Liebe zu sich selbst voraus. Die Königsdisziplin.

Die Selbstvergebung kann nicht mit einem Fingerschnippen geschehen, sondern in einem Prozess, der so lange dauert, wie er eben dauert.

Schuldgefühle ohne Anlass

Allerdings gibt es auch Menschen, die eher unter diffusen Schuldgefühlen leiden. Die sich schuldig fühlen, wenn der Spaten im Garten des Nachbars umfällt, der Kollege hängende Mundwinkel trägt, die Wäsche nicht so rein ist, wie es die Werbung darstellt oder Oma einen Schnupfen hat. Diese Menschen leiden unter Schuld, ohne jemals faktisch „Täter“ gewesen zu sein.

In ihrem Gehirn gibt es eine neuronale Straße in der Größe einer Autobahn und die heißt Schuldgefühle. Diese Autobahn zu bauen hat Jahre gedauert. Als Kinder haben sie oft gehört: Du bist Schuld, dass ich jetzt Kopfschmerzen habe. Benimm dich anständig, sonst machst du uns Schande. Gerade war es so ruhig und jetzt bist du da. Oder noch genauer: Hätte ich dich nicht bekommen, hätte ich mein Leben leben können!

Oder subtiler, ohne verbale Äußerung, wurde dem Kind vermittelt, dass es alles falsch macht, für alles die Schuld trägt und nicht erwünscht ist. Auf diese Weise wurde die neuronale Autobahn gebaut.

Was steht wirklich in meiner Verantwortung?

In diesem Fall ist Wahrnehmung und Realitätsprüfung wichtig. Bis wohin reicht meine Verantwortung? Bis zum Spaten des Nachbars? Bis zu den persönlichen Problemen des Kollegen (von denen ich keine Ahnung habe)? Geben Sie doch dem Waschmittel die Schuld, wenn die Wäsche fleckig ist! Und Omas Schnupfen ist ein Mysterium das keiner kennt!

Wer streng religiös erzogen wurde, denke an die Erbschuld. Dem Sündenfall im Paradies. Auch hier werden Schuldgefühle mit leichter, aber sehr bestimmter Hand verteilt.

Stecken Sie Ihren realistischen Verantwortungsbereich ab.

Sie können nicht alles übernehmen. Jesus Christus hat die Schuld der Welt auf sich genommen. Für uns Sterbliche ist das zu groß, das ist zuviel. Gehen Sie in Verantwortung in Ihren Bereichen, ganz bewusst und lehnen Sie Schuld und Verantwortung in Außenbereichen ab, ebenfalls ganz bewusst. Der Spaten gehört dem Nachbarn, die schlechte Laune dem Kollegen, das Waschmittel dem Hersteller und der Schnupfen gehört der Oma. Bemerken Sie, das schafft Klarheit in Ihrem Kopf und in Ihren Gefühlen – und Erleichterung!

Grundsätzlich kann ich über Schuldgefühle sagen, dass Sie niemandem nützen. Weder dem (vermeintlichen) „Täter“ noch dem Opfer. Sie machen keine Vorkommnisse ungeschehen. Schuldgefühle schaffen keine Lösungen, sie machen nur, dass Sie sich schlecht fühlen.

Wenn Sie glauben, Strafe zu verdienen, dann handeln Sie mit sich selbst ein Strafmaß aus und lassen Sie Mitgefühl und Selbstliebe walten (bitte üben!) und lassen Sie den Schuldspruch nicht „lebenslänglich“ ausfallen. Vielleicht haben Sie Ihre Strafe längst abgesessen und können das Gefängnis jetzt verlassen.

Unter Affirmationen A-Z finden Sie Sätze, die zu diesem Thema passen sowie eine EFT-Sequenz zum Mitklopfen.

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